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Zeugen in der Schule im Jahr der Barmherzigkeit

ein Projekt der Gemeinschaft Sant´Egidio

Dieses Projekt nimmt sich zum Ziel, dass die Jugendlichen der Berliner Gemeinschaft von Sant'Egidio Schüler für die Barmherzigkeit gegenüber Menschen sensibilisieren, die am Rande der Gesellschaft stehen (z.B. Flüchtlinge, Menschen, die zum Tod verurteilt wurden, Sinti und Roma), indem sie Schulveranstaltungen mit Zeitzeugen moderieren und selbständig durchführen. Sie fassen Mut, vor vielen Schülern – mit christlichem und nicht-christlichen Hintergrund - von ihrem christlichen Engagement zu sprechen, das die Gesellschaft und die eigene Stadt menschlicher machen möchte. Sie werden so selbst zu Zeugen, deren Engagement ansteckend wird, und laden die Schüler ein, sich für Kinder aus Neukölln, Flüchtlinge oder ältere Menschen einzusetzen.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio (SE) entstand im Jahr 1968 in Rom. SE ist eine Laienbewegung innerhalb der katholischen Kirche und setzt sich für die Weitergabe des Evangeliums und den Dienst an den Armen ein. Zur Gemeinschaft gehören etwa 60.000 Personen in mehr als 70 Ländern. 2003 entstand eine Gemeinschaft von SE in Berlin, die inzwischen überwiegend aus Jugendlichen besteht. Die Berliner Jugendlichen von SE setzen sich für Kinder in Neukölln, Flüchtlingskinder in Hohenschönhausen und für ältere Menschen ein, kooperieren mit mehreren staatlichen und konfessionellen Berliner Schulen und führen Schulveranstaltungen durch.

In der Überzeugung, dass unsere Welt und unsere Gesellschaft nichts nötiger haben als ein „Jahr der Barmherzigkeit“, haben die Berliner Jugendlichen von SE die Initiative von Papst Franziskus aufgegriffen und verschiedene Schulveranstaltungen dazu vorgeschlagen, z.B.:

1) „Weihnachten der Barmherzigkeit“: Am 25.12.2015 feierten die Jugendlichen mit 400 Kindern aus Neukölln, ihren Familien und vielen Flüchtlingen Weihnachten im Loewe Saal in Berlin. Schüler wurden eingeladen, beim Fest und bei den Vorbereitungen für das Fest mitzuhelfen.

2) Joaquin Jose Martinez war bis 2001 vier Jahre unschuldig im Todestrakt von Florida. Im November 2016 legten die Jugendlichen mit ihm in Schulen Zeugnis für eine Welt ohne Todesstrafe ab.

3) Im Juni 2016 veranstalteten die Jugendlichen das Gebet „Sterben auf dem Weg der Hoffnung“ an der Katholischen Liebfrauenschule, um an alle Flüchtlinge zu erinnern, die auf ihrer Reise gestorben sind.

4) Die Jugendlichen erzählen von Flüchtlingskindern, Sinti und Roma und Kindern aus Neukölln, deren Freunde sie geworden sind und denen sie in der Schule und bei der Integration helfen. Sie machen Mut, andere Kulturen kennen zu lernen und eigene Vorurteile abzulegen.

Während der Schulveranstaltungen laden die Jugendlichen die Schüler ein, sich mit ihnen zusammen für Kinder, Flüchtlinge oder ältere Menschen einzusetzen.

Die Jugendlichen der Gemeinschaft in Berlin, von denen viele in einem nicht-christlichen Umfeld aufgewachsen sind, sind überwiegend durch Schulveranstaltungen auf SE aufmerksam geworden. In den sozialen Diensten von SE sind sie einem schönen und lebendigen Christentum begegnet, das die Dramen der Menschheit von heute im Gebet begleitet und konkret in der Freundschaft zu den Armen für eine barmherzigere und menschlichere Welt arbeitet. Die Jugendlichen sind überzeugt, sich für etwas Gutes und Wahres einzusetzen und werden selbst zu Zeugen.

Missionarischer Gedanke

Laut Papst Franziskus sind „die Armen das Herzstück des Evangeliums“. In der Begegnung Jesu mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, zeigt sich die Schönheit und Menschlichkeit des Evangeliums, das damals wie heute die Herzen junger Menschen berühren kann. In diesem konkreten Sinn haben die Armen die Fähigkeit zu evangelisieren, weil in ihnen Jesus selbst präsent ist. Begegnung mit der Welt der Armen findet in unserer individualistischen Gesellschaft für viele Schüler aber nicht statt. Die Schulveranstaltungen der Jugendlichen von SE in Berlin möchten diese Begegnung ermöglichen. Zeugen wie Joaquin Jose Martinez, der unschuldig zum Tode verurteilt um sein Leben kämpfen musste, stellen den Schülern Fragen, wofür sie leben möchten. In den Schulveranstaltungen erleben die Jugendlichen, dass ihr christliches Engagement für Kinder und alte Menschen eine tiefe Botschaft enthält, die andere Schüler berührt und attraktiv ist. Die Jugendlichen bezeugen, dass es schön ist, sich für ein Kind aus Neukölln einzusetzen, für es zu hoffen und zu beten. Sie erfahren, dass sie in einer missionarischen christlichen Gemeinschaft große Träume für die Welt leben und verwirklichen können.

Ansprechpartner/in

Gemeinschaft Sant'Egidio e.V.

Müller, Tobias

10997 Berlin

Telefon: 030 / 610 737 00

E-Mail: tobias.mueller@santegidio.de

Links & Literatur