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"Project Pitch"

aus Berlin

 

Auf der diözesanen Veranstaltung „Project Pitch“ entwickelten Jugendliche aus dem Erzbistum Berlin 20 konkrete und innovative Glaubensprojekte. Darüber hinaus wählten sie sich jeweils eine hauptberufliche Begleitung für die Umsetzung. Zusätzlich erhält jedes Projekt bis zu 1000,- Euro Startkapital. Als Besonderheit gilt dabei, dass die hauptberuflichen Begleiterinnen und Begleiter sich freiwillig für Projekte unabhängig von ihrer dekretierten Aufgabenbeschreibung anbieten. Außerdem ist das Großprojekt mit einer kuriosen Wette verbunden. Regionen mit wenig hauptberuflichem Personal werden so durch die gegenseitige solidarische Vernetzung besonders getragen. Die 20 Glaubensprojekte sollen der Kirche von Berlin ein junges, attraktives und nach außen wahrnehmbares Gesicht geben.

Die Vision, die hinter dem Projekt Pitch im Erzbistum Berlin steht: Jugendliche verwirklichen Glauben. Sie geben dem Gestalt, was sie inspiriert und motiviert. Der Geist Gottes wird in unterschiedlichen Treffen, Gottesdiensten und Projekten erlebbar – über die Jugendkeller und Kirchenmauern hinaus. Ähnlich formulierte es auch der frühere Erzbischof von Berlin, Kardinal Rainer Maria Woelki, in seinem Hirtenbrief aus dem Jahr 2012 und in den Leitlinien zum Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“: „So werden wir uns wieder neu zu fragen haben, wie es uns gelingen kann, heute – unter den Bedingungen der Gegenwart – eine Pastoral des Glaubenswachstums zu initiieren, in der es ganz konkret Lebensräume des Gebetes sowie des Teilens von Glaubenserfahrung geben kann.“ In der Realität ist jedoch festzustellen, dass einzelne Jugendliche, Jugendgruppen und Verbände im Rahmen des Prozesses kaum wahrgenommen und noch weniger beteiligt werden. Eine Zukunft der Kirche ohne die Innovationskraft Jugendlicher ist nicht vorstellbar. Umso dramatischer klingen die Klagen engagierter junger Menschen – vor allem auf dem Land – angesichts der fehlenden Voraussetzungen gelingender Jugendpastoral. Primär mangelt es dort an pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die jugendliches Engagement aufgreifen und begleiten. Die Situation scheint mit Blick auf die zurückgehenden Zahlen bei hauptberuflichen wie ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern strukturell unlösbar. Gefragt ist daher ein Denken, das sich quer zum Bestehenden stellt und unmittelbar „Glauben Raum gewinnen“ lässt.

Das Projekt gründet auf drei wesentlichen Faktoren, die für das Gelingen nötig sind. Dazu zählen die 20 innovativen Glaubensprojekte, die jeweils mit 1000 Euro Startkapital ausgestattet werden und jeweils einen engagierten hauptberuflichen Mitarbeiter zur Seite gestellt bekommen. Das sind die Bedingungen für das Zustandekommen, die von einer kuriosen Wette vorangetrieben werden: Helmut Jansen, Geistlicher Leiter des BDKJ-Diözesanverbands Berlin wettet gegen die Jugendseelsorgekonferenz, dass sie es nicht schafft, 20 pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu mobilisieren, die 20 neue Glaubensprojekte Jugendlicher begleiten – unabhängig von ihrer dekretierten Aufgabenumschreibung. „Sollte ich es nicht schaffen“, so Helmut Jansen, „akquiriere ich für bis zu 20 Projekte jeweils 1.000,- Euro!“

Das Project Pitch und die sich anschließende Projektphase richtet sich an mehrere Adressaten:
1. junge Katholiken, die in ihrem Glauben wachsen und ihm einen für andere erfahrbaren Ausdruck verleihen wollen;
2. Menschen in Berlin, Brandenburg und Vorpommern, die bisher noch nicht oder eher negativ mit dem Christentum in Berührung gekommen sind;
3. pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die temporär neue Herausforderungen suchen und eine kooperativ-kollegiale Arbeitskultur im Erzbistum Berlin etablieren wollen.

Mit der Veranstaltung „Weite Räume“ am 24. Mai 2014 wurde der erste Meilenstein gesetzt: Über 120 Jugendliche trafen sich in der Skylounge des eWerks Berlin, um sich über den Prozess zu informieren. Das geistliche Wort Kardinal Woelkis sowie die Vorstellung unterschiedlichster Glaubensprojekte und Glaubenszeugen aus verschiedenen Bistümern weiteten den Horizont für eine umfassender zu denkende Glaubenspraxis – aus und in die Gesellschaft hinein. Bis zum Project Pitch am 27.9. wurden durch den Diözesanjugendseelsorger 20 hauptberufliche Projektbegleiter geworben. Der Geistliche Leiter des BDKJ-Diözesanverband Berlin akquirierte 20.000,- Euro. Über verschiedene Medien (Facebook, Newsletter, Homepage zum Project Pitch) und im persönlichen Kontakt vernetzten sich Jugendseelsorger und Referenten im Erzbistum mit Jugendlichen und diese untereinander. Beim Project Pitch konkretisierten sich – wie oben beschrieben – Ideen zu Projekten, fanden Jugendliche eine Begleitung und erhielten sie ein Startkapital von 1000,- Euro. Über die hauptberuflichen Begleiterinnen und Begleiter wird die Einhaltung der Kriterien sowie der kontinuierliche Informationsfluss über die Umsetzung in den einzelnen Projekten gewährleistet und abschließend dokumentiert und ausgewertet. Beim Bistumsjugendtag am 26.-28.6.2015 wurden alle Projekte vor über 600 Jugendlichen präsentiert.

Missionarischer Gedanke

Mit der Wette und dem Project Pitch werden drei übergeordnete Ziele verfolgt:
1. junges, offenes und innovatives Glaubensleben durch Projekte
vor allem im ländlichen Bereich zu stärken, damit Glauben Raum gewinnt;
2. die Kooperation und Vernetzung zwischen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszubauen sowie deren Blick und die Verantwortung über den bisherigen Tätigkeitsbereich hinaus zu weiten;
3. die Wertschätzung gegenüber Engagement für den Glauben durch – eher symbolische, aber immerhin – konkrete personelle und finanzielle Unterstützung auszudrücken.
Alle drei Ziele bedingen sich gegenseitig und sind in der formulierten Wette zusammen gefasst. Durch den Wetteinsatz soll der Ehrgeiz zu kooperativem Handeln pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angesprochen werden. Deren Bereitschaft wiederum ist eine zentrale Voraussetzung für eine begleitete Umsetzung der Glaubensprojekte, welche zudem durch den investierten Wetteinsatz überhaupt erst starten können. Mit anderen Worten: Ziel der Wette ist es, zu verlieren, damit am Ende 20.000 Euro Startkapital für 20 Projekte stehen, die von 20 hauptberuflichen Mitarbeitern begleitet werden.

Ansprechpartner/in

Dr. Helmut Jansen
Geistlicher Leiter des
BDKJ-Diözesanverbands Berlin
E-Mail

Pfr. Ulrich Kotzur
Diözesanjugendseelsorger
für das Erzbistum Berlin
E-Mail

Jugendpastorales Zentrum
Waldemarstr. 8
10999 Berlin
Tel.: (030) 75 69 03-0

Links & Literatur

Teilnehmerprojekte

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