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Theaterprojekt "Zukunftsmusik"

in Herford und Raßnitz

 

Bei diesem Theaterprojekt der JVA Herford und der JA Raßnitz setzen sich Jugendliche und junge Erwachsene mit der eigenen Zukunft in Freiheit auseinander. Was sind ihre Wünsche und Träume für die Zeit nach der Entlassung? Wie wollen sie leben? Welche möglichen Hindernisse oder Schwierigkeiten können ihnen begegnen, wenn sie endlich "draußen" sind - und wie können diese überwunden werden?

Im September 2014 begannen die Proben in diesem Projekt. Dabei fanden sie immer abwechselnd in Herford und Raßnitz statt. Beide Theatergruppen stellten sich denselben Fragen, doch jede Gruppe entwickelte ihr eigenes Stück. Dennoch waren die Inszenierungsprozesse dialogisch miteinander verschränkt, indem nämlich über Fotos, Videos und Texte ein Austausch stattfand. Impulse aus dem jeweils anderen Prozess flossen in die Entwicklung des jeweils eigenen Stücks ein. Am Ende dieses Prozesses wurden die Stücke in der JA Raßnitz und der JVA Herford vor anderen Gefangenen und einem Publikum von "draußen" aufgeführt. Am Ende des Projekts begegneten sich beide Gruppen persönlich in der JA Raßnitz und nahmen gemeinsam an einem Workshop teil.

Forumtheater wurde vom brasilanischen Theatermacher Augusto Boal begründet. Er beschreibt das Potenzial, das Theater für die Gefangen hat, als etwas, das in ihrem fremdbestimmten Alltag Freiräume schaffen kann, in denen Menschen ihre Erinnerungen und Gefühle, ihre Vorstellungskraft, ihre Gedanken über die Vergangenheit und die Gegenwart befreien und in denen sie ihre Zukunft erfinden können statt auf sie zu warten. Derartige Konflikte und herausfordernde Situationen werden auf die Bühne gebracht, um bei der Aufführung gemeinsam mit dem Publikum verändert zu werden. Gemeinsam wird nach Lösungsansätzen für schwierige Situationen gesucht. Forumtheater lässt Reflektionsräume entstehen, in denen Fragen aufgeworfen und Antworten erspielt werden.

"Zukunftsmusik" wird in Sachsen-Anhalt als Kooperationsprojekt von Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführt und im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführt und durch das US-Generalkonsulat in Leipzig freundlich unterstützt.

"Zukunftsmusik" findet in Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Verein für Straffälligenhilfe e.V. Herford und dem Verein für Gefängnisseelsorge Herford e.V. statt und wird gefördert von der Aktion Mensch, der Dr. Ritter Stiftung, dem Bonifatiuswerk, dem Erzbistum Paderborn und der Bank für Kirche und Caritas Paderborn.

Missionarischer Gedanke

Ein Theaterprojekt wie "Zukunftsmusik" eröffnet den jungen Straftätern Handlungsalternativen, nicht nur in dem bedrückenden Knastalltag, sondern auch darüber hinaus. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben in künstlerischer Form stärkt die Reflektionsfähigkeit und weckt damit die Hoffnung, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Diese neue Richtung hin zu einem neuen Menschsein, jenseits von einem Leben in Schuld, ist das Bedürfnis eines jeden Menschen. Diese Hoffnung auf ein neues Leben zu vermitteln ist eine der Intentionen dieses Projektes. Hieran zeigt sich die enge Verwandtschaft mit der frohen Botschaft Jesu.

Ansprechpartner/in

Projektleitung Sachsen-Anhalt:
Ricarda Milke (Miteinander e.V.)
Platanenstr. 9
06114 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 2266450
E-Mail

Projektleitung Nordrhein-Westfalen:
Nicole Sonnenbaum (Dipl. Päd., JVA Herford)
Justizvollzugsanstalt Herford
Eimterstraße 15, 32049
E-Mail

in Zusammenarbeit mit der JA Raßnitz (Hafthaus 1), der JVA Herford sowie
mit der katholischen Gefängnisseelsorge in Raßnitz (Markus Herold) und
Herford (Michael King)

Links & Literatur

Weblinks

www.knastkultur.de            

www.miteinander-ev.de