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Alimaus

aus Hamburg

 

In der Nähe der bekannten Hamburger Reeperbahn öffnet tagtäglich ein Haus seine Pforten, das genau diejenigen auffängt, die der vergnügungssüchtigen Gesellschaft und ihrem Wahrzeichen nur noch von ihrem äußersten Rande aus zuschauen können. Die Rede ist von dem Projekt "Alimaus": Hier erhalten bedürftige Menschen warmes Essen, Kleider, medizinische Betreuung und können Gemeinschaft erleben.

Schwester Clemensa ist die ehemalige Leiterin von AlimausSchwester Egberta Focke: Die gute Seele der Anlaufstelle „Nobis bene“ für medizinische und sanitäre Hilfen.
Schwester Clemensa ist die ehemalige Leiterin von Alimaus
Schwester Egberta Focke: Die gute Seele der Anlaufstelle „Nobis bene“ für medizinische und sanitäre Hilfen.

"Alimaus" ist das zentrale Projekt des Hilfsverein St. Ansgar e.V. Der Verein wurde von Gabriele Scheel zusammen mit Pastor Alfons Rohtert und anderen engagierten Menschen 1993 gegründet. Er wurde und wird gebraucht, um neuen sozialen Aktivitäten zu Gunsten Bedürftiger und Suchtkranker die organisatorische Grundlage zu geben.

Zunächst ist "Alimaus" Aufenthaltsraum und Essensausgabe für mittellose Menschen. Seit 1999 steht am Nobistor 42 ein rotes finnisches Blockhaus. Das Grasdach, das warme Holz und die Fensterläden versprechen schon von außen Gemütlichkeit. Innen hat das Haus einen Speiseraum mit 60 Plätzen. Bequeme Stühle laden zum Anlehnen und Ausruhen ein. Auf den Tischen stehen immer frische Blumen. Der Kachelofen sorgt im Winter für wohlige Wärme. Zum Speiseraum gehören natürlich Küche und Lagerraum. Ferner gibt es Toiletten, eine Dusche und einen kleinen Verbandsraum.

Weiter gehört zu diesem Projekt auch "Don Alfonso", die Kleiderkammer. Der Name erinnert an den Mitbegründer Alfons Rohtert. Hier wird gebrauchte Kleidung kostenlos an Bedürftige verteilt. Außerdem zählt auch noch "Metanoite", das Büro des Diakons zur "Alimaus"-gruppe. Metanoite (griechisch) ist ein Wort Jesu: „Denkt um, seht euer Leben doch einmal ganz anders“. All die Gäste rund um die Alimaus wünschen sich ein anderes Leben. Dabei steht ihnen meist ein großer Berg sozialer Probleme im Weg. Der resultiert erfahrungsgemäß aus seelischem Leid. Deshalb ist die Sozialarbeit für diese Menschen so wichtig. Hier soll die Seele getröstet, begleitet und zu neuem Leben ermutigt und herausgefordert werden. Unter dem Motto: Metanoite! „Denkt um“ bieten Diakon Henry Kirsche und ehrenamtliche Mitarbeiter seelsorgerische Beratung an. Animationsrunden im Geist von Taizé finden statt. Es werden Kontakte zu Therapieplätzen geknüpft und Schlafplätze im Sülldorfer Wohnprojekt „heavens door“ vermittelt.

Auch „Nobis bene“, die Anlaufstelle für medizinische und sanitäre Hilfen für Bedürftige, gehört zu "Alimaus". Hier werden von Sr. Egberta mit viel Erfahrung alle medizinischen Probleme in die Hand genommen. Und für die Dinge, die in die Hand eines Arztes gehören, wird der entsprechende Kontakt vermittelt. Drei Ärzte sind an drei Tagen der Woche jeweils für einige Stunden für Rat und Tat in „Nobis bene“ anwesend. Die Menschen auf der Straße kommen selten von den Füßen und wenig aus den Schuhen. Besonders für sie ist deshalb Fußpflege wichtig.

Für "Alimaus" sind jedoch noch wichtiger als die Räumlichkeiten die Menschen, die in ihnen wirken. Langjährige Leiterin der "Alimaus" war die Thuiner Franziskanerin Schwester Clemensa Möller. Diesen Dienst hat ab Anfang Juni 2015 Holger Triebel übernommen. Außerdem helfen mehr als 200 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen und mehreren christlichen Konfessionen sowie Mitglieder von vier Ordensgemeinschaften. Aus dem Kreis der Gäste sind einige zu Mitarbeitern geworden. Schülerinnen und Schüler mehrerer Hamburger Gymnasien kommen für ihr soziales Praktikum – und einige helfen später auch in ihrer Freizeit. Ohne die Unterstützung aller dieser Helferinnen und Helfer gäbe es die "Alimaus" nicht. Die Gäste erhalten nicht nur für ihr leibliches Wohl Unterstützung, sondern sie kommen auch mit ihren Sorgen und Nöten. Wenn die Mitarbeiter nicht helfen können, wird Hilfe vermittelt. Es wird Beratung in Behördenfragen angeboten und auch Begleitung zu den Ämtern, wenn es erwünscht ist.

Von Montag bis Freitag wird von 10.15 - 12.00 Uhr ein Frühstück angeboten, von 15.30 - 18.00 Uhr eine reichhaltige, warme Mahlzeit. Jeden Sonnabend öffnet "Alimaus" den Gästen die Tür von 13.00 - 15.00 für die warme Mahlzeit. Am Sonntag ist Ruhetag. Während der Wintermonate ist ab 19 Uhr Zeit der Begegnung. Dann wird gelesen und gespielt, die Gäste können sich ausruhen, sie können miteinander und mit den Helfern ins Gespräch kommen, und es gibt auch immer wieder kulturelle Angebote und Informations- und Beratungsabende zu den Themen, die den Alltag und die Probleme der Gäste betreffen.

Missionarischer Gedanke

"Alimaus" ist eine Einrichtung, welche die Bergpredigt wörtlich nimmt. Sie gibt den Hungernden Nahrung, kleidet die Nackten und tröstet die Bedrückten. Hier wird der Geist des Evangeliums lebendig. Das ist ein Zeugnis der christlichen Botschaft und des gelebten Glaubens in einer Umgebung, in der Menschen zum Objekt degradiert werden und allein ihre Leistung zählt. Da bleiben Menschen auf der Strecke. In dem Projekt "Alimaus" können sie eine neue Heimat finden und sich von den Helfern inspirieren lassen, dass im Leben des Menschen im Grunde nur eines zählt: die Liebe, die man verschenkt hat.

Ansprechpartner/in

Hilfsverein St. Ansgar e.V.
Alimaus
Nobistor 42
22767 Hamburg
Telefon: (040) 31 79 57 59
Telefax: (040) 31 79 57 60
E-Mail

 

Links & Literatur

Weblinks

www.alimaus.de

Mehr zum Projekt auf den Seiten des Bonifatiuswerkes

 

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