Extbase Variable Dump
'<a href="typo3temp/assets/_processed_/5/2/csm_before_i_die_2_b2c43f608f.jpg"
    class="lightbox" data-fancybox="gallery_"><img src="typo3temp/assets/_proce
   ssed_/5/2/csm_before_i_die_2_34663a497b.jpg" width="546" height="341" alt=
   "" ></a><a href="typo3temp/assets/_processed_/4/1/csm_before_i_die_3_2_a3e8f
   1e6a8.jpg" class="lightbox" data-fancybox="gallery_"><img src="typo3temp/ass
   ets/_processed_/4/1/csm_before_i_die_3_2_097b1ad112.jpg" width="546" height=
   "341" alt="" ></a><a href="typo3temp/assets/_processed_/0/a/csm_before_i_d
   ie_4_db1754d4d0.jpg" class="lightbox" data-fancybox="gallery_"><img src="typ
   o3temp/assets/_processed_/0/a/csm_before_i_die_4_3d915b1244.jpg" width="546"
    height="341" alt="" ></a><a href="typo3temp/assets/_processed_/d/9/csm_be
   fore_i_die_8_605215db17.jpg" class="lightbox" data-fancybox="gallery_"><img
   src="typo3temp/assets/_processed_/d/9/csm_before_i_die_8_9f904bf415.jpg" wid
   th="546" height="341" alt="" ></a><a href="typo3temp/assets/_processed_/7/
   b/csm_before_i_die_9_228e1861a0.jpg" class="lightbox" data-fancybox="gallery
   _"><img src="typo3temp/assets/_processed_/7/b/csm_before_i_die_9_67a4afe313.
   jpg" width="546" height="341" alt="" ></a>
' (1184 chars)
Suchendenpastoral im Erzbistum Berlin - Pastorale Innovationen
Button für Menü

Internationales Kunstprojekt „Before I die“

Spiel mir das Lied vom Leben

 

In der Fastenzeit 2015 beteiligte sich das Erzbistum Berlin zwei Wochen lang an dem globalen Kunstprojekt „Before I die“, das Menschen einlädt, ihr Leben zu reflektieren. Dabei kann man den Satzanfang „Bevor ich sterbe, möchte ich …“ auf öffentlichen Tafelwänden im Vorübergehen vervollständigen und seine Sehnsüchte so mit anderen Passanten teilen.

Initiiert wurde das Projekt „Before I die“ ursprünglich von der amerikanischen Künstlerin Candy Chang 2011 in New Orleans, nachdem sie einen engen Freund verloren hatte. Ein leer stehendes Haus in der Nachbarschaft hatte sie mit Tafelfarbe angepinselt und Kreide hingelegt, um einen anonymen Platz zu schaffen, an dem man seine Gefühle mit anderen Menschen teilen kann. Eigentlich war das Ganze als Experiment gedacht, ohne zu wissen, was daraus wird. Doch bereits am nächsten Tag war die ganze Hauswand voller Kommentare. Nachdem sie einige Fotos davon online gestellt hatte, verbreiteten sich diese in Windeseile. So ist die Idee seitdem durch die ganze Welt gezogen: von Kanada, Mexiko und Paraguay über Frankreich, Rumänien und Israel bis nach Japan, Taiwan und Australien. Auch in Deutschland gab es diese Tafelwände schon in verschiedenen Städten: ob Hamburg oder Bremen, Aachen oder Osnabrück. Insgesamt über 2000 Tafelwände in mehr als 70 Ländern und 35 verschiedenen Sprachen.

Auch unsere Tafeln spiegelten ein wahrhaft babylonisches Sprachengewirr wider, denn die Hackeschen Höfe, in denen wir sie aufgestellt hatten, sind einer der Hotspots für Berlin-Besucher aus dem In- und Ausland. Ob auf Deutsch oder Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch, Chinesisch, Griechisch oder Arabisch – die schwarzen Tafelwände waren ein Magnet, der ganz unterschiedliche Leute anzog: Schüler und Sprachstudenten, Familien mit Kinderwagen und Dreirad, Geschäftsleute mit Krawatte und Aktentasche, Touristen mit Reiseführer und Rucksack, Senioren mit Einkaufsbeutel – alle verharrten an den Tafeln, lasen die Kommentare anderer, kamen darüber miteinander ins Gespräch, machten Fotos, griffen dann auch selber zur Kreide, um eine Lebenssehnsucht zu notieren. Auch die Postkarten, die in einer Transparentbox in der Nähe der Kreidebehälter steckten, wurden zahlreich mitgenommen, teilweise auch gleich mehrere, um sie an Freunde, Bekannte und Kollegen weitergeben zu können.

Ideale Gelegenheit für uns, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen oder Kommentare der Leute untereinander aufzuschnappen: das mehrfach am Tag erforderliche Putzen der Tafeln, um wieder Platz für neue Notizen zu schaffen. Mit Wischeimer und Schwamm in der Hand ergaben sich ungezählte Kontakte, ungezwungen und auf Augenhöhe. „Sie haben offenbar was mit dieser Aktion zu tun. Sagen Sie, woher kommt diese Idee …?“ So oder ähnlich entspannen sich die Dialoge und oftmals war man plötzlich „mittendrin“.

Das Putzen der Tafeln nutzten wir auch, um die Notizen zu fotografieren und zu dokumentieren. Dabei offenbarte sich ein kunterbuntes Kaleidoskop an Lebenslust und Lebenshunger der Menschen. Eindrücke von den Tafeln sind in der internationalen Galerie der Projektseite zu finden. In der Rubrik „Build a Wall“ finden sich Hinweise zur Gestaltung eigener Tafeln und zur Durchführung eines solchen Projektes.

Vorstellung des internationalen Projekts durch die Projektinitiatorin

Missionarischer Gedanke

Für mich meint „Suchendenpastoral“ nicht etwa, dass den Menschen, die wir mit unseren Angeboten erreichen möchten, etwas fehlt, was sie suchen, und wir passgenau eine „Rundum-Sorglos-Lösung“ in der Tasche haben. Vielmehr sind wir die Suchenden – nach einem neuen alltagstauglichen Vokabular, einer zeitgemäßen, aber nicht anbiedernden, frischen, überraschenden Weise, sich mit gesellschaftsrelevanten Themen bzw. existentiellen Lebensfragen auseinanderzusetzen und unsere Botschaft als Deutungshorizont anzubieten. Doch dazu müssen wir raus aus der kirchlich-kuscheligen Komfortzone, rein ins pralle Leben. Wir wollen lernen von den Menschen hier in der Stadt und uns auf sie einlassen – indem wir wahrnehmen, hören, fragen. Wertschätzend, auf Augenhöhe, voneinander lernend.