Extbase Variable Dump
'<a href="typo3temp/assets/_processed_/0/4/csm_Veranstaltungen_edbc30e002.jpg
   " class="lightbox" data-fancybox="gallery_"><img src="typo3temp/assets/_proc
   essed_/0/4/csm_Veranstaltungen_c761df9a7e.jpg" width="546" height="341" al
   t="Übersicht (Posterausschnitt); © Design: Thomas Kirchner, descript GmbH"
    title="#htmlcaption-imagecycle-nivo_c3994-0" ></a>
' (355 chars)
Erzbistum Berlin - Pastorale Innovationen
Button für Menü

KIEZTOUREN MIT HERZ

Ein Projekt zum Jahr der Barmherzigkeit

 

Unter dem Namen „KIEZTOUREN MIT HERZ“ boten der Katholische Deutsche Frauenbund, der Caritasverband und das Erzbistum Berlin (Suchendenpastoral) in einem Gemeinschaftsprojekt zum Jahr der Barmherzigkeit zwei- bis dreistündige Stadtspaziergänge an. Themen wie Essen, Wohnen, Leben und Sterben machten soziales Engagement in einzelnen Stadtteilen Berlins sichtbar. Sie konfrontierten nicht nur mit den eigenen Lebensgrundlagen, sondern führten zugleich an den „Herzschlag der Stadt“, in die Kieze, die gerade für die Stadt Berlin so typisch sind.

© Design: Thomas Kirchner, descript GmbH

„Du bist, was du isst“ – „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ – „Sterben ist nichts für Anfänger“ … – das waren nur einige der Themen, unter denen wir im letzten Jahr sogenannte KIEZTOUREN MIT HERZ angeboten hatten. Sie haben uns Menschen, Vereine und Initiativen gezeigt, die sich auf unterschiedlichste Weise der Förderung des Gemeinwohls verantwortet wissen; Orte und Projekte, wo menschliches Miteinander und ein nachhaltiger Umgang mit Natur und Umwelt großgeschrieben werden. Dabei waren kirchliche Initiativen selbstverständlich in gesellschaftlich-säkulares Engagement eingebettet. Inspiriert wurden unsere Touren von Papst Franziskus, der weltweit ein Heiliges Jahr der Barmherzigkeit für 2015/2016 ausgerufen hat. 

Vorerst hatten wir sechs Kieztouren mit sechs Schwerpunkten entwickelt, die sich an den leiblichen und geistigen Werken der Barmherzigkeit orientierten und zwischen Mai und Oktober 2016 stattfanden. Während jeder Tour haben wir drei verschiedene Stationen besucht, in denen Menschen von ihrem Engagement und ihrer persönlichen Motivation erzählten. Die Wege zwischen den einzelnen Stationen wurden bewusst zu Fuß zurückgelegt, um den Kontext und das Umfeld der besuchten Projekte wahrnehmen und in die Atmosphäre eines jeden Kiezes eintauchen zu können. Zu den einzelnen Kieztouren war eine Anmeldung gewünscht, um eine gewisse Planungssicherheit, auch für unsere Kooperationspartner, zu haben. Die Teilnahme an den Kieztouren war für die jeweils ca. 15–20 Angemeldeten kostenfrei. Der Personenkreis war so bewusst klein gehalten, um persönliches Gespräch und Austausch zu ermöglichen. 

Übersicht (Posterausschnitt); © Design: Thomas Kirchner, descript GmbH
Übersicht (Posterausschnitt); © Design: Thomas Kirchner, descript GmbH

Mit dem Format wurden Menschen verschiedenen Alters erreicht: Ungefähr zwei Drittel der Teilnehmenden gehörte der Altersgruppe über 50 an, die meisten davon kamen aus dem Gemeindekontext. Etwa ein Drittel war unter 50 Jahren. Unter den jüngeren Teilnehmenden (unter 35 Jahren) waren sehr wenige in den klassisch pfarrgemeindlichen Strukturen beheimatet. Sie fühlten sich in erster Linie von den Themen der Kieztouren (faire Kleidung, Nahrung und Essen, Nachbarschaft …) angesprochen.

Viele unserer Partner hatten wir bewusst im nicht-kirchlichen Umfeld gesucht. Damit sollte gezeigt werden, dass das Prinzip „Barmherzigkeit“ tief in der Gesellschaft verankert und nicht ausschließlich dem kirchlichen Kontext vorbehalten ist. Die Kooperationspartner standen dem Format und dessen Umsetzung sehr aufgeschlossen gegenüber. Viele fanden es spannend, dass sich katholische Institutionen dieser lebensweltlichen Themen annehmen und dafür das moderne Konzept „Kieztour mit Herz“ entwickelt haben. Das Leitthema „Barmherzigkeit“ wurde mitunter sogar – obwohl nicht explizit abgesprochen – von Kooperationspartnern aufgegriffen.

Die KIEZTOUREN MIT HERZ lassen sich an verschiedensten Orten leicht nachmachen. Sie orientieren sich didaktisch an einer Mischung aus Stadtführung, Exkursion und Bildungsarbeit mit allen Sinnen. Thematisch bieten sich die geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit an, aber ebenso kultur- und gesellschaftsrelevante Themen (Flucht, Frauen, Arbeitslosigkeit, Bildung usw.). Wichtig ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern. 

Missionarischer Gedanke

Wir wollten mit diesem Format Menschen verschiedenen Alters und religiöser Sozialisation ansprechen, auch über kirchliche Kreise hinaus. Es galt, herauszutreten aus der Komfortzone und die pastoral-gemeindliche Bequemlichkeit zu überwinden. Die KIEZTOUREN MIT HERZ haben ermöglicht, den altmodischen Begriff der Barmherzigkeit in eine zeitgemäße Sprache mit Praxisbezug zu übersetzen und boten Anregung, selbst im eigenen Umfeld sozial-diakonisch aktiv zu werden. Die Teilnehmenden wurden mit grundlegenden Lebensthemen (Nahrung, Obdach, Freiheit und Gefangenschaft, Leben und Tod usw.) außerhalb ihres Erfahrungsraumes in Berührung gebracht. Menschen mit ihrem Engagement konnten als Botschafter für gelingendes Leben mit Höhen und Tiefen erlebt werden. 

Ansprechpartner/in

Carla Böhnstedt
Projektreferentin für Suchendenpastoral im Erzbistum Berlin
Greifswalder Straße 17
10405 Berlin
Tel.: 030 / 31 98 67-18
E-Mail

Links & Literatur