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Vom "Wasser des Lebens" - Eine Einführung in die "Spiritualität" des Whiskys

Pfarrverband München-Perlach

 

Achtsamkeit statt "Multitasking": Entgegen dem verbreiteten Trend, möglichst viel auf einmal und alles möglichst schnell zu erreichen, geht es bei diesem Projekt um das Kennenlernen und Einüben einer Lebenshaltung der Achtsamkeit - der Achtsamkeit gegenüber Welt, Mensch und Gott. Als Orientierungshilfe und Hilfsmittel dazu dient hierbei schottischer Single Malt Whisky, dessen geschmackliche Vielfalt und Fülle man nur dann erleben kann, wenn man ihn nicht einfach gedankenlos trinkt, sondern mit Zeit, Bedacht und in Maßen verkostet.

Die Teilnehmer des Projektes nehmen das sogenannte "Wasser des Lebens" genauer unter die Lupe.Der Initiator Wolfgang F. Rothe beim Blick auf den golden schimmernden Whiskey.
Die Teilnehmer des Projektes nehmen das sogenannte "Wasser des Lebens" genauer unter die Lupe.
Der Initiator Wolfgang F. Rothe beim Blick auf den golden schimmernden Whiskey.

Die gewiss etwas gewöhnungsbedürftige Verbindung zwischen Spiritualität und einer Spirituose, näherhin schottischem Single Malt Whisky, basiert auf drei wesentlichen Faktoren:

Erstens wurde die Herstellung von Whisky in den iro-schottischen Klöstern, falls nicht erfunden, so doch zumindest perfektioniert und popularisiert.

Zweitens wird Whisky von jeher, so z. B. schon bei seiner ersten überlieferten urkundlichen Erwähnung in schottischen Steuerunterlagen aus dem Jahr 1494, mit dem ursprünglich biblischen Begriff "aqua vitae" ("Wasser des Lebens", vgl. z.B. Offb 22,17) bezeichnet.

Drittens ist die wichtigste "Zutat" bei der Herstellung von Whisky bis heute Zeit - viel Zeit sogar, da erst die jahre- und mitunter sogar jahrzehntelange Lagerung in Eichenfässern gewöhnlichen Kornbrand in edlen Whisky verwandelt.

Die Bezeichnung des Whiskys als "Wasser des Lebens" und darüber hinaus diese Achtsamkeit, welche die Eigenart des Whiskys ausmacht, und die ihr zugrunde liegende Lebenshaltung können die (jeweils höchstens 12) Teilnehmer der Einführungsabende in die "Spiritualität" des Whiskys dadurch erfahren und einüben, dass sie (nach einer kurzen historischen und praktischen Einführung) nacheinander drei unterschiedlich lang gereifte schottische Single Malt Whiskys - in der Regel die 12, 15 und 18 Jahre alten Abfüllungen von Glenfiddich - unter Anleitung verkosten. Durch das langsame, das heißt achtsame und erst dadurch genussvolle, Verkosten der verschiedenen Whiskys können sie erleben, dass es keineswegs einen Zeitverlust darstellt, wenn man sich für etwas oder jemanden - z. B. für sich selbst, seine Mitmenschen oder Gott - Zeit lässt. Der Whisky dient somit als Orientierungshilfe und Hilfsmittel bei der Suche nach dem Sinn des (eigenen) Lebens und dem Streben nach innerer Reife. Nicht zuletzt ist das Projekt ein aktiver Beitrag gegen Alkoholmissbrauch, indem es explizit zu mäßigem, weil nur so wirklich genussvollem, Konsum motiviert. Nach zumeist intensivem geistlichen Austausch enden die Abende stets mit einem kurzen Gebet.

Alpha & Omega: Im Wasser des Lebens Erkenntnis finden – Ein katholischer Priester als Whisky-Experte

Missionarischer Gedanke

Jesus hat seinerzeit die Botschaft des Glaubens durch Gleichnisse verkündet und konkretisiert. Im Rahmen dieses Projekts kommt dem Whisky quasi die Funktion eines Gleichnisses zu - und zwar eines Gleichnisses, das nicht nur geistig, sondern auch sinnlich erfahrbar ist und dadurch dem heutigen Lebensgefühl sehr entgegenkommt. So gehören zu den Adressaten dieses Projekts gläubige ebenso wie ungläubige, zweifelnde und suchende Menschen, die mithilfe des Whiskys zur Reflexion des eigenen Lebens und zum geistlichen Austausch geführt werden. Ein positiver Nebeneffekt des Projekts besteht darin, dass auf diese Weise dem verbreiteten Vorurteil entgegengetreten werden kann, Glaube und Kirche seien von Natur aus genussfeindlich, da schließlich jeder echte Genuss ein Vorgeschmack dessen ist, was Gott dem Menschen einst in Fülle bereiten möchte. Nicht zuletzt ist das Projekt ein aktiver Beitrag gegen Alkoholmissbrauch, indem es explizit zu mäßigem, weil nur so wirklich genussvollem, Konsum motiviert.

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