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Vorsicht Pfingsten

Eine bewegende Geburtstagsparty für die Kirche – Geist ist geil!

 

Am Anfang war nicht das Wort, sondern eine diffuse Idee: Warum nicht mal Pfingsten als eines der drei christlichen Hochfeste in den Mittelpunkt rücken, um einen niederschwelligen Zugang zu dem (für viele Gläubige wie Nichtgläubige) schwer verständlichen Festcharakter zu ermöglichen? Herausgekommen ist eine fröhlich-schwungvolle „Geburtstagsparty“ für die Kirche, die wir am Pfingstsonntag in der Kirche St. Bonifatius, Berlin-Kreuzberg veranstaltet haben.

Layout: Christoph Kießig | zehka@t-online.de

Die Projektidee, dass Pfingstfest einmal in den Fokus der Kirchenbesucher zu rücken, wurde verstärkt durch die Tatsache, dass am Pfingstsonntag in ganz Berlin die „Lange Nacht der offenen Kirchen“ stattfand, an der wir uns gerne mit einem Angebot beteiligen wollten. Außerdem wurde der mittlerweile legendäre „Karneval der Kulturen“ gefeiert, ein multikulturelles Fest in Berlin, das seit 1996 alljährlich um das Pfingstwochenende herum im Stadtteil Kreuzberg stattfindet. Grund genug, all das bei der Entwicklung einer Veranstaltung zu berücksichtigen.

Wichtig war uns bei der Planung, dass die Veranstaltung etwas Leichtes/Spielerisches ausstrahlen sollte und die Gedanken der Begeisterung, des Sich-Bewegen-Lassens verdeutlichen sollten. Und ebenso wichtig war, dass wir die Idee gemeinsam mit der Gemeinde vor Ort realisieren wollten. Gerade in einem Diaspora-Bistum wie Berlin ist die Zusammenarbeit der verschiedenen katholischen Akteure unverzichtbar. Erst das Zusammenspiel der unterschiedlichen Beteiligten, Haupt- wie Ehrenamtlichen hat das Projekt möglich gemacht. Es lebte von den vielfältigen Talenten der einzelnen und der Bereitschaft, sich einzubringen und mitanzufassen.

Und so ging es an die Vorbereitung all dessen, was bei einer zünftigen Geburtstagsfeier nicht fehlen darf:

• „schmissige“ Musik (der Organist der Gemeinde ist ein wahres Improvisationstalent)
• gute Wünsche (die mit Luftballons an die Decke steigen)
• kleine „Geschenke“ (in Form von eigens gestalteten Pfingst-Postkarten, die mitgenommen werden durften)
• Geburtstagstorte (konkreter gesagt: Mini-Windbeutel mit Wunderkerzen versehen)
• GEISTreiche „Show-Acts“ (gemeint ist: eine Wind-Installation und eine pfingstliche Sound-Collage)
• Seifenblasen (die dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit verliehen)
• Geburtstagsdeko (nämlich orange Organza-Tücher die [wie Feuerzungen] von den Lichtkränzen herunterhingen)

© Konstantin Manthey

„Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.“ (Apg 2,2)

Herzstück unseres Projektes war eine Wind-Installation, die wir im Mittelgang der Kirche aufgebaut haben. Dabei handelte es sich um ein 20 m langes rotes Taft-Tuch, welches durch drei Ventilatoren, die in Abständen von etwa 6 m darunter gestellt waren, in permanenter Bewegung gehalten wurde (quasi als Wehen des Heiligen Geistes) und eindrucksvoll erfahrbar machte: Pfingsten ist ein Fest, dass uns in Bewegung bringen will.

„Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2,4)

Neben dieser visuellen Annäherung an den Festcharakter von Pfingsten war unser zweiter Schwerpunkt eine Akustik-Collage: einige Wochen vor Pfingsten hatten wir im Gemeindegottesdienst für das Projekt geworben und fremdsprachige Gemeindemitglieder gesucht, die bereit waren, die Pfingstgeschichte in ihrer Sprache einzulesen. 7 Gemeindemitglieder kamen letztlich zusammen, die in Englisch, Französisch, Arabisch, Spanisch … den Text aus der Apostelgeschichte vortrugen. Wir trafen uns im kleinen Aufnahmestudio des Erzbischöflichen Ordinariats, wo uns der Rundfunkbeauftragte des Erzbistums aus unseren Stimmen ein mit Wind- und Sturmgeräuschen unterlegtes kleines „Pfingsthörspiel“ zusammenmischte. Dieses wurde über den Nachmittag verteilt immer wieder eingespielt, unterbrochen von halbstündigen Orgelimprovisationen des Organisten der Gemeinde.

© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin
© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin
© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin
© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin

„Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.“ (Apg 2,3)

Vor dem Altar konnten die Gäste auf kleinen Zetteln notieren, wofür sie brennen/was sie begeistert und diese dann an Heliumballons befestigen und in den Kirchenhimmel steigen lassen … Am Ende der Veranstaltung waren es mehrere Hundert Luftballons mit den unterschiedlichsten Wünschen und Anliegen, die dort oben schwebten. Doch neben dieser Aufwärtsbewegung sollte es auch noch eine korrespondierende Abwärtsbewegung geben. Deshalb waren an den Längsseiten der Kirche Nylonschnüre gespannt, an denen mit Sinnsprüchen versehene Pfingstpostkarten befestigt waren, die man sich als kleine GEISTreiche Inspirationen mitnehmen konnte …

© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin
© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin
© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin

„Sie gerieten außer sich vor Staunen …“ (Apg 2,7)

... denn beim Betreten der Kirche sahen die Gäste zunächst einmal Seifenblasen, die permanent vom Orgelboden nach unten schwebten. Dies entlockte so manchem ein verzücktes „Oh“ und „Ah“ sowie diverse gezückte Foto-Handys.

„Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.“ (Apg 2,13)

… was bei unseren Gästen nicht geschehen konnte, denn statt benebelnder alkoholischer Getränke haben wir jedem Besucher beim Verlassen der Kirche – quasi als Ergänzung zu unserer bewegenden Wind-Installation – einen Windbeutel mit einer Wunderkerze angeboten, die reißenden Absatz fanden.

© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin

„Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten?“ (Apg 2,12)

Da wir mit unserem Pfingstprojekt durchaus auch kirchenferne Menschen erreichen wollten, die mit dem Kirchenraum wenig oder gar nicht vertraut sind, haben wir zusätzlich zu diesen auffälligeren Aktionen noch kleine Orientierungshilfen angeboten: So haben wir beispielsweise an den liturgischen Orten Zettel aufgehängt, auf denen der jeweilige Gegenstand kurz erklärt wurde. Dabei haben wir uns um eine einfache Sprache bemüht und versucht, die Gegenstände mit Bezug zur Alltagswelt der Gäste zu erläutern. In den Bänken lagen Bibeln aus, bei denen wir die Seite mit der Pfingstgeschichte (Apg 2,1–13) aufgeschlagen hatten. Beides wurde von den Besuchern gut angenommen. 

„Was hat das zu bedeuten?“, mag sich auch so manch vorbeischlendernder Passant gefragt haben, denn als Eyecatcher hatten wir einen 10 m langen roten Teppich ausgelegt, der vom Bürgersteig aus direkt in die Kirche führte. Außerdem machte ein großes Plakat mit einer Flamme und dem Hinweis: „Vorsicht Pfingsten. Leicht entflammbar“ auf unser Projekt aufmerksam.Interessante Beobachtung: Kaum hatten wir den roten Teppich ausgerollt, waren auch schon die ersten 40 Gäste in der Kirche und schauten sich neugierig um. Die Signalwirkung dieser beiden Eyecatcher funktionierte während der ganzen dreieinhalbstündigen Laufdauer des Projektes offensichtlich gut, denn am Ende waren es etwa 650 Leute, die unsere Kirche besucht hatten.

© Konstantin Manthey, Katholische Akademie in Berlin

Reaktionen von Besuchern:

„Wissen Sie, eigentlich bin ich ja heute nur hierhergekommen, weil ich mir den Umzug anschauen wollte. Aber der rote Teppich hatte mich neugierig gemacht. Und ich muss Ihnen sagen: Ich finde es hier drinnen viel schöner als draußen. Das hat sowas Zauberhaftes. Draußen ist ja nur Remmidemmi“, war die Reaktion einer Mittfünfzigerin beim Verlassen der Kirche.

Und ein Ehepaar, das mit seinen zwei Kindern im Grundschulalter durch die Kirche flanierte, meinte: „Eigentlich haben wir mit Kirche nix am Hut. Aber hier sind wir jetzt schon seit einer Dreiviertelstunde drin, weil’s einfach soooo schön ist. Wir kriegen die Kinder gar nicht mehr raus!“

Viele Besucher fragten uns, warum wir diese Veranstaltung anbieten und ließen sich bei der Gelegenheit das schwer verständliche Fest „Pfingsten“ erklären.

Und eine Frau steuert auf mich zu: „Mein Mann und ich überlegen gerade, was Sie wohl mit dem langen, wehenden roten Tuch ausdrücken wollen.“ Auf meine Nachfrage, zu was für einem Ergebnis sie denn gekommen seien, ergänzt sie: „Ich hab’ meinem Mann gesagt, dass das Tuch den Leuten den Weg zu Gott zeigen soll. Aber der meinte dann, Sie feiern hier heute so’n Geisterfest?!“

Missionarischer Gedanke

Ziel des Projektes war es neugierig zu machen – mit einem Augenzwinkern und Aha-Effekt! Wir wollten die Bedeutung eines kirchlichen Hochfestes (Pfingsten) durch den Zugang über künstlerische Ausdrucksformen und niederschwellige, symbolische Aktionen zeitgemäß und alltagstauglich ins Bewusstsein rücken und erlebbar machen. Die Angebote sollten Kontakt- und Gesprächsmöglichkeiten eröffnen.

Im Rahmen des Formates „Lange Nacht der Offenen Kirchen“ wollten wir der Kirche ein offenes, gastfreundliches Gesicht verleihen und Möglichkeiten anbieten, den Kirchenraum und dessen liturgische Orte zu erleben. Dadurch sollten „Übersetzungshilfen“ ins Heute bzw. Identifikationsmöglichkeiten für jeden Einzelnen angeboten werden: was hat uns dieses biblische Ereignis heute noch zu sagen? Was hat das mit mir zu tun?

Dabei konnten die Gäste aber selber Nähe und Distanz bestimmen und entscheiden, inwieweit sie sich auf das Projekt einlassen wollten: schlendere ich nur mal kurz durch die Kirche? Inwieweit lasse ich mich auf die Angebote ein? Unsere Angebote waren so konzipiert, dass sie eine Ansprache von Menschen verschiedenen Alters und religiöser Sozialisation, auch über kirchliche Kreise hinaus, ermöglicht haben.

Wir wollten unser kirchliches Angebot bewusst an säkulare Ereignisse auf Stadtebene (Karneval der Kulturen) andocken, um deutlich zu machen, dass Kirche „mittendrin“ sein will und nicht eine „Extrawelt“ außerhalb der Lebenswirklichkeit der Menschen bildet. Dieses Projekt muss keine Eintagsfliege sein. Es ist auch an anderen Orten und in anderen Kontexten realisierbar.

Ansprechpartner/in

Carla Böhnstedt
Projektreferentin für Suchendenpastoral im Erzbistum Berlin
Greifswalder Straße 17
10405 Berlin
Tel.: 030 / 31 98 67-18
E-Mail

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